Mein altes Hamburg

Andreas Pfeiffer

22587 Dockenhuden/Elbe 

Hermann Samauel Reimarus

*22.12.1694 Hamburg        †01..03.1768 Hamburg

Hermann Samuel Reimarus war der Sohn eines Lehrers am Johanneum und kam am 22. 12. 1694 in Hamburg zur Welt. Nach dem Besuch des Johanneums und Akademischen Gymnasiums studierte er von 1714 bis 1716 die Rechtswissenschaften an den Universitäten Jena und Wittenberg und erwarb den Titel eines Magisters der philosophischen Fakultät.

Wie bei vermögenden Bürgersöhnen üblich, absolvierte Reimarus nach Abschluß seines Studiums die obligate Bildungsreise, die ihn von 1720 bis 1722 durch Holland und England führte; er nutzte sie vor allem zum Studium der Bibliotheken. Ostern 1722 kehrte er nach Wittenberg zurück und hielt dort Vorlesungen über Philosophie. Im Jahr darauf wurde er Rektor der Stadtschule Wismar. Hamburg berief Reimarus am 6. 11. 1727 zum Professor für orientalische Sprachen am Akademischen Gymnasium, und diese Professur hatte er bis zu seinem Tode inne. Reimarus, dessen hohes wissenschaftliches Ansehen weit über Hamburg hinaus bekannt war, wurde 1740 zum Ehrenmitglied der philologischen Gesellschaft in Jena und 1761 zum Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Petersburg ernannt. Er gehörte zu den Gründern der Patriotischen Gesellschaft 1765 und führte ein offenes, geselliges Haus, in dem sich Kaufleute und Wissenschaftler zum Meinungsaustausch trafen; auch Gotthold Ephraim Lessing verkehrte hier während seiner Hamburger Jahre. Die älteste Tochter von Reimarus, die 1735 geborene Margaretha Elisabeth (genannt Elise), gab ihm das zwischen 1740 und 1750 verfaßte Manuskript ihres Vaters „Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes“, aus der Lessing 1774 in Wolfenbüttel sieben Abschnitte veröffentlichte („Fragmente des Wolfenbüttelschen Ungenannten“) und damit die über Jahre dauernde heftige Auseinandersetzung mit dem Hauptpastor von St. Katharinen, Melchior Goeze, provozierte. Hermann Samuel Reimarus starb am 1. 3. 1768 in Hamburg.

 

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