Mein altes Hamburg

Andreas Pfeiffer

22587 Dockenhuden/Elbe 

Graf Heinrich Carl von Schimmelmann

*1724 Demmin (Pommern)  † 1782 Kopenhagen

Heinrich Carl Schimmelmann, 1724 in Demmin (Pommern) als Sohn eines Kaufmanns geboren, erlernte den Beruf seines Vaters in Stettin und Dresden. Bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges versorgte er die Armee des preußischen Königs mit Getreide, wofür ihm Friedrich II. den alleinigen Verkauf des als Kriegsbeute beschlagnahmten Meißner Porzellans übertrug. Schimmelmann wählte als Umschlagplatz Hamburg, wo er 1758 ansässig wurde. Das Geschäft mit dem damals noch sehr teuren Porzellan erwies sich als so lukrativ, daß sich der fast schlagartig zum Millionär gewordene Schimmelmann neben einem großen Stadtpalais in Hamburg (in der Michaelisstraße nahe der St.-Michaelis-Kirche) auch noch Schloß und Gut Ahrensburg kaufen konnte,
dazu 1762 das Gut Wandsbek, einschließlich der Dörfer Wandsbek, Hinschenfelde und Tonndorf.
Seinem Ruhm als Finanzgenie verdankte Schimmelmann die Berufung an den dänischen Königshof in Kopenhagen, dem er die
Finanzen sanieren sollte. Schimmelmann rettete den fast bankrotten Staat und handelte 1768 zwischen Hamburg und Dänemark den Gottorper Vergleich aus, der endlich zu einem dauerhaften Frieden zwischen den beiden Vertragspartnern führte und Dänemark den Erlaß seiner beträchtlichen Schulden einbrachte.
Der dänische König dankte es Schimmelmann, indem er ihn 1762 in den Freiherrenstand erhob, 1768 zum Schatzmeister (Finanzberater) ernannte und ihm 1779 den Grafentitel verlieh. Dazu bekam er die höchsten Orden der dänischen Krone.

Bei seinem Tod 1782 besaß Schimmelmann die einzige Gewehrfabrik Dänemarks, dazu Zuckerplantagen in Dänemarks west-
indischen Kolonien und beträchtlichen Grundbesitz, wozu auch das 1762 erworbene Gut Lindenborg in Nordjütland gehörte. Zwischen Neumühlen und Teufelsbrück unterhielt Schimmelmann für seine Schiffe einen eigenen Hafen. Nachdem er 1762 Wandsbek erworben hatte, ließ er dort von 1772 bis 1778 ein neues Schloß bauen, doch erst, nachdem er noch 1762 eine Kattunfabrik errichtet hatte, der bis zu seinem Tod noch vier weitere folgten, dazu Manufakturen zur Herstellung von Lederwaren, Kacheln, Tabak, Hüten und Seife. Für
die Armen hatte er 1779 eine „Milde Stiftung“ eingerichtet, billige Mietwohnungen gebaut und eine Kranken- und Altersversorgung geschaffen.

Er sorgte für eine eigene Wandsbeker Zeitung,
den „Wandsbeker Bothen“, als dessen Redakteur 1771 Matthias Claudius berufen wurde, den Schimmelmann freundschaftlich unterstützte. Einen Teil der weitläufigen Gartenanlagen des
Schlosses machte der Graf als „Wandsbeker Gehölz“ der Bevölkerung zugänglich.
Als Schimmelmann 1782 in Kopenhagen starb, wurde er in einem Mausoleum, das ihm sein Schloßbaumeister Carl Gottlob Horn zwischen 1785 und 1792 errichtete, auf dem alten Wandsbeker Kirchhof beigesetzt, das einzige Zeugnis, das neben dem Wandsbeker Gehölz noch heute an Schimmelmann und sein wohltätiges Wirken in Wandsbek erinnert.

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