Mein altes Hamburg

22587 Dockenhuden/Elbe 

Maria - Magdalenen Kloster

Das Maria- Magdalenen- Kloster ist als das älteste Kloster Hamburgs anzusehen. Um die Entstehung rankt sich eine Legende: Graf Adolf IV flehte im Kampf gegen den dänischen König Waldemar II die Heilige Maria Magdalena um Hilfe an. Sie lenkte die Sonnenstrahlen so, dass das dänische Heer geblendet wurde und verhalf Graf Adolf zum Sieg. Die Schlacht fand am 22. Juli 1227 statt, das Datum gilt seither als Stiftungstag. Graf Adolf hielt sein Gelübde.Bald darauf dürfte das Kloster erbaut sein, und zwar als ein Kloster der Minoriten oder Franciskaner. Am 13.August 1239 trat der Graf selber als Mönch in das Kloster ein, siedelte aber später in das Franciskanerkloster in Kiel über, wo er 1261 starb. Das Kloster stand auf dem Platz der heutigen Börse, der Name des Adolphsplatzes hält noch heute die Erinnerung an den Begründer des Klosters wach.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1531 aufgehoben. Ein Jahrhundert früher, im Jahre 1428, hatte der Ratsherr Johannes Clentzen am Burstah, dem Hahnentrapp gegenüber, ein Hospital für zwanzig Witwen errichtet, das Ilsabeenhaus. Jetzt wurde dieses Hospital verkauft und seine Insassen in das Maria- Magdalenen- Kloster eingewisen.  

 

 

Von dem Maria Magdalenen Kirchhofe führte nach der Ostseite ein abgekleideter Gang zur Staven Pforte, welche ihren Ausgang hatte nach der Straße "bei der Staven-Pforte" die sich als Querstraße rechts zum Großen Johannisstraßen Fleet, links zum Altenwall Fleet hinzog und durch einen engen Steg über das Fleet einerseits mit der Johannisstrasse, andererseits dem Altenwall eine Communications besass. Von der Seite des Altenwall her ist das Bild aufgefasst. 

Maria Magdalenen Kloster von achtern, der Stavenpforte aus gesehen
Maria Magdalenen Kloster 1840 nach Peter Suhr am Glockengiesserwall

Die neuere Zeit machte vor dem alten Kloster nicht halt. In der Franzosenzeit von 1810 - 1813 tagten die Kriegsgerichte und der Assisenhof in seinen Mauern.

1837 erwarb der Senat das Kloster, um einen geeigneten großen Bauplatz für die neue Börse zu schaffen, die bereits seit 1558 als die erste in ganz Europa in Hamburg bestand. Nach dem Abbruch wurde 1839 bei der Glockengiesserei am Wall ein neues zweistöckiges Gebäude für die Bewohnerinnen des Klosters errichtet.

 

 

Im Jahre 1900 wurde auch dieses Gebäude wieder abgerissen und ein Ersatzhaus in der Richardstraße erbaut, der 48 Wohnungen für hilfsbedürftige alte Leute enthielt. Nach dem letzten Weltkrieg ist das Kloster, immer noch unter dem alten Namen, als Altenheim nach Poppenbüttel verlegt worden.

Das neue Maria Magdalenen Kloster 1910 an der Richardstrasse
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