Mein altes Hamburg

Andreas Pfeiffer

22587 Dockenhuden/Elbe 

Die Firma Carl Woerman

von Theodor Bohner 

 

 

Carl Woermann *11.03.1816 Bielefeld †25.06.1880 Hamburg

Das Haus für Woermann in der Großen Reichenstraße 27 war von Franz Joachim Forsman gebaut. DAs war ein junger, aufstrebender Architekt, der in diesen Jahren gerade die neue Böre zu bauen hatte. Die alte Börse mit der offenen Halle und der Kornbörse auf den Schuten zwischen denFleetpfeilern brachte ja Fremde zum Lachen. In den Forsmannbau gehen die HamburgerKaufmannsleute auch heute noch täglich, wenn sie zu Börsenstunde in den Börsensaal eilen.

ÄUßerlich waren die Forsmannhäuser streng und nüchtern. In der Reichenstraße schütelte mancher den Kopf. Da ware das alte Haus, das hier stand, mit seinen kunstvollen Verzierungen doch wirklich schöner, und neben dem Roten Haus und seinem breit und kühn geschwungenen Giebel, der so recht die satten Jahre des ausgehenden siebzehnten festhielt, schien dieser Neubau geradezu armselig und geizig. Vater Weber und seinem Schwiegersohn hatte gerade diese äußere Zurückhaltung gefallen.Sie freuten sich, wie würdig der Sockel herausgearbeitet war, zu dem Erd- und Kellergeschoß zusammegefaßt waren, wie edel in den Verhältnissen Fenster und Stockwerke Schwangen, wie ernst das Gesims alles abschloß. Nur die Augen musste der Beschauer öfnen. Und wie bequem war das Innere! Das Haus hatte doppelte Wasserleitungen mit Zu- und Abfluß, einen Luxus, den bisher nur die Engländer in Ihren Häusern gehabt hatten. Nur der Dunkelheit Kontore hatte Forsmann nicht abhelfen können; das Grundstück war hier zu schmal. Dafür waren die Stützen der Diele hinter dorischen Säulen veborgen, schöne Geländer führten in die Höhe von einem Treppenhaus zum andern. Wer konnte würdiger wohnen?  

Wird fortgesetzt. 

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